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Kulturschock, Lebenswandel und Folgen - Gezähmte Waldelfen

Dadurch, dass Kulturen nebeneinander existieren, kommt es mit den Jahren meist automatisch zum Austausch von Denkensansetzen, Glaubensfragen, Umgangsarten und vielen anderem. Wenn beide Kulturen dieselbe Basis haben, ist dies oft förderlich für beide Seiten. Wenn nordische Menschen sich mit den Inselmenschen des Südens austauschen, sind gewisse Spannungen häufiger spürbar, aber ihre Denkens- und Lebensart ist meist nah beieinander, wodurch sie miteinander und mit ihren Eigenheiten umgehen können und dadurch wenig beeinflusst werden. Waldelfen hingegen teilen mit niemandem eine Grundlage, wobei allerdings eine Anlehnung an das Hochelfentum existiert. Diese Anlehnung basiert aber eher auf dem Umstand, dass beides Elfenvölker sind und allein schon körperlich Ähnlichkeiten aufweisen, als auf die jeweiligen Arten zu leben. So kommt es manchmal dazu, dass Waldelfen beginnen, in anderen Kulturen und Völkern zu leben und sich mit ihrer Art auseinander zu setzen.
Altes Wissen kann vergessen werden, alte Eigenheiten von neuem Wissen überschatten werden. Etwas muss sterben und einen Platz freimachen für etwas Neues - so ist es auch mit der Lebensart. Manche Waldelfen leben jahrelang in Häusern, in Städten oder steinernden Türmen und kennen den Wald, ihr Völk und ihre Vergangenheit meist nur noch aus Erinnerungen. Selbst die kurzen Besuche, wie aus Höflichkeit, erinnern eher an ein Vorbeigehen. Manche haben Tiere um sich herum und geben sich der Illusion ihrer Art und Stellung zum Wald hin, doch sind diese Tiere schon lange ohne Lebenswillen, sind zahm und angepasst. So wie ihre Tiere werden auch die Elfen. Viele dieser zahmen Waldelfen denken, sie könnten das Beste beider Lebensarten herausziehen und verbinden, doch verlieren sie mindestens eine der beiden Seiten. Wenn sie in die Wälder einkehren, spüren sie nur selten selbst, wie sich alles verändert hat, für sie fremd ist. Meist will sich der zahme Elf auch nicht mit diesem Gedanken auseinandersetzen und kehrt in seine neue Heimat zurück. Man weiss von keinem in Städten lebenden Waldelf, dass er das 40. Lebensjahr in der jeweiligen Stadt erreichte.
Manchmal spürt der Elf die Befremdnis und merkt, was geschehen ist. Nur wenige von diesen haben die Kraft und den Mut (vielleicht auch eine gewisse Ignoranz seiner zweiten Heimat gegenüber) zurück zu kehren und von neuem zu leben und lernen. Den Kulturbruch eines gezähmten Elfen zu heilen, ist ein langer Prozess mit zweifelhaften Erfolg, da alles nur von ihm ausgeht. Andere Waldelfen können nur mit ihm leben, nicht vorleben.

 

 

 

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