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Kulturkluft - Die waldelfische Art und Weise

Waldelfen wachsen mit einem ganz anderen Umgang miteinander und der Welt auf, als andere Völker. Hierdurch ergeben sich oft Handlungen, Denk- und Vorgehensweisen, welche für viele nicht nachvollziehbar sind. Das Graus eines jeden gehobenen Festes ist, dass ihnen jegliche Form der Eitkette fehlt. Einen Waldelfen dazu zu bekommen, dass er an einem Tisch sitzt, ist noch verhältnismässig einfach, solange sich dort die Fruchtschale und ähnliche Leckereien wie Honig befinden (dies gilt meist nur, solange der Waldelf Appetit hat), doch sollte man auf Dinge wie Schweinebraten achten. Es kam schon öfters vor, dass von manch reich gedecktem Tisch, an dem ein Waldelf sass, der Braten plötzlich verschwand. Aufgefunden wurde er meist erst wieder, als man den Elfen dabei entdeckte, wie er ihn im Boden verscharrte, damit der Braten keine Wölfe zur Feierlichkeit lockt (laut Aussage des Waldelfen, der der festen Überzeugung war, richtig zu handeln). Auch das Essen mit Besteck ist ihnen fremd und meist schafft man es nicht, die Idee von Besteck zu vermitteln. Für Waldelfen ergibt Besteck keinen Sinn, da man Honig mit Fingern naschen kann und Früchte in die Hand nehmen. Zum Frust der restlichen und gesitteten Tischgäste, folgt dann meist genüssliches Schmatzen, Reden mit prall gefülltem Mund und das Anbieten von halb gegessenen Früchten und ähnlichem. Das Graus eines Edelmannes ist die normale Art eines Waldelfen, und da man ihm wohl kaum, oder besser nie, klarmachen kann, was "Tischetikette" wirklich bedeutet, wird dies sicherlich auch bin in alle Ewigkeit so bleiben.
Ein weiteres Problem ergibt sich aus dem Zustand des fehlenden Schamgefühls zur Nacktheit. Prüde Persönlichkeiten wären wohl beim Betreten einer Waldelfensiedlung schockiert über die Kleiderwahl mancher Waldelfen. Für einige von ihnen bedeutet wenig zu tragen meist, dass es umso bequemer für sie ist. Während "Damen und Herren" Umkleidekammern, Vorhänge oder einen einsamen Ort zum Umziehen haben und gutheissen, würde ein Waldelf sich auch genauso frei auf einem belebten Marktplatz entblössen und neu ausstaffieren. Dies geschied normalerweise allerdings nicht oder sehr zügig, da dem Waldelfen meist zuviele fremde und nicht einschätzbare Menschen anwesend sind und er während seiner Prozedur sich der Schutzlosigkeit hingeben müsste.
Man sagt den Waldelfen auch einen gewissen Rationalismus nach. Würde ein hoher Paladin einer Gottheit ein leuchtendes oder sogar brennendes Schwert ziehen, sieht der Waldelf es schlichtweg auch nur als das an, was er sieht. Während mancher Mensch vor Götterehrfurcht erzittert, fängt ein Waldelf eher an, das Glitzerschwert neugierig zu betrachten und sich am sonderbaren Glanz zu erfreuen oder, im schlimmsten Fall, ein geheiligtes Flammenschwert mitsamt Paladin durch Wasser oder ersticken der Flammen mit Umhängen und ähnlichem, zu löschen. Viele Glaubensorden haben versucht, Waldelfen zu bekehren, doch scheiterten sie bisher alle. Hinzu kommt, dass Rituale, an denen Waldelfen teilnahmen, meist eine Katastrophe waren, da der Elf Gebete nicht verstand und nachvollziehen konnte, aus geheiligten Kelchen des Durstes wegen trank oder mit einem heiligen Speer oder Opferdolch in die Wildnis verschwand, um ihn zum Jagen oder Enthäuten zu benutzen. Am Königlichen Hofe Faerlan stehen seit sieben Generationen Wetten um inzwischen riesige Goldbeträge aus, welcher gesittete Glaubensorden es schafft, einen reinen Waldelfen zu bekehren. Seit diesen sieben Generationen wurde im ganzen Königreich kein solcher Fall bekannt. Auch wenn Waldelfen mit dem Verstand handeln können, entstehen viele Taten und Worte aus einer Laune, einem Gefühl heraus. Sie teilen sich oft ihrem Umfeld in vielen Wegen mit und verstecken dabei nichts hinter Scham. Jedes Lächeln und freundliches Wort, jede Umarmung und jeder Kuss, jedes Kratzen und Meckern, jeder strafende Blick und auf einen Bogen gespannte Pfeil zeigt offen und ehrlich das, was in dem Elfen vorgeht. Auf der anderen Seite kann sich ein Waldelf auch unter fester Kontrolle haben und davon absehen, seinen Wunsch in Worte zu kleiden oder in die Tat umzusetzen. Mit zunehmendem Alter und Erfahrung machen viele unter ihnen davon öfters Gebrauch, wenn sie mit Nichtelfen Umgang pflegen und man merklich nicht unter Freunden ist. Besonders bei Dingen, die man mit völkerübergreifender Politik vergleichen kann, welche den Waldelfen immernoch suspekt ist, haben sie gelernt, sich im Zaum zu halten und lieber zuwenig zu sagen, als zuviel. Im Angesicht von grosser Gefahr handelt das waldelfische Volk eher, als sich in Wortgefechte zu verstricken.


 

 

 

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