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Bindet ohne zu
kleben - Die waldelfische Seelenverbindung
Der Brauch der Seelenverbindung wird
oft der Heirat in Menschenkreisen gleich gesetzt, doch
gibt es gravierende Unterschiede. Die menschliche Heirat
bindet, die waldelfische Seelenverbindung legt nur Zeugnis
von etwas ab.
Erst wenn ein Elf sich selbst und seinen geheimen Namen
ergründet und gefunden habt, kann er sich als vollständig
ansehen. Von diesem Augenblick fühlt er sich reif und
fähig, eine Seelenverbindung überhaupt einzugehen und sein
Name wird eine Bedeutung darin spielen.
Die Seelenverbindung ist das gegenseitige Zeichen des
absoluten Vertrauens und Achtens oder auch Zuneigung, und
die Form, den Brauch umzusetzen, ist immer anders, da die
Beteiligten das Ritual gestalten. Es gab schon heimliche
und romantische Seelenverbindungen an abgelegenen
Waldteichen, wie auch grosse Feste oder auch eher
beiläufig zwischen Waldelfen, die lange für ein
gemeinsames Ziel kämpfen mussten. Es ist ein Trugschluss,
dass Seelenverbindungen nur Paare betreffen oder dass
jeder Waldelf nur eine Seelenverbindung eingehen wird.
Im Kern der Seelenverbindung liegt des gegenseitige Nennen
des wahren Namens, und es zeigt den Versuch, seinem
Gegenüber sich selbst in seinem Ganzen zu offenbaren.
Elfen, die Seelenverbindungen eingehen, wissen meist sehr
viel, wenn nicht sogar alles über den Anderen, belügen
sich niemals, werden oft gemeinsam angetroffen, und es
verbindet sie, ihr Wissen und ihr Vertrauen zueinander.
Wenn die Seelenverbindung zwischen einen Mann und einer
Frau eingegangen wird, folgt in vielen Fällen ein Kind.
Der Grossteil aller Waldelfengeburten entsteht aus solchen
Seelenverbindungen, doch sind sie nicht mit der Ehe der
Menschen zu vergleichen. Es gibt keinerlei ehelichen
Pflichten und keinen erzwungenen Bund. Es ist sehr
unwahrscheinlich, dass ein Waldelf einem Menschen seinen
wahren Namen nennen wird. Sollte er dies tun, legt er sich
seelisch offen, mit dem Wissen, dass der Mensch es nicht
erwidern kann. Sich selbst in allen Formen zu offenbaren
und damit allein zu stehen, ist eher eine schmerzhafte
Erfahrung, weswegen Menschen diesen Brauch normalerweise
meiden.
. Angeblich gibt es auch eine Form der Steigerung zur
Seelenverbindung. Diesen Brauch nennt man
Seelenverschmelzung. Nur sehr wenige Waldelfen wissen, wie
eine Seelenverschmelzung entsteht und noch weniger leben
eine. In einer Seelenverschmelzung scheint alles
intensiver, auch fanatischer und notwendiger zu sein, als
es sonst unter Elfen normal wäre. Die Seelenverschmolzenen
weichen nur unter wichtigsten Gründen voneinander und
bleiben meist auf Sicht beieinander. Sie scheinen so
geeint zu sein, dass sie aus einander wie aus Büchern
lesen können. Teilweise wirkt es so, als könnten sie ihre
Gedanken fast lesen und Sätze für den Anderen
weitersprechen, ohne auch nur ein Wort zu vertauschen.
Selbst den natürlichen Tod sterben sie meist zeitgleich.
Auch aus solchen Verbindungen entstehen Kinder, doch
werden diese von Anfang an von allen Elfen aufgezogen.
Seelenverschmolzene scheinen sich wahrhaft ein Leben zu
teilen. Ihre Verbundenheit hält selbst über den Tod
hinweg. Es gab Fälle, in denen der überlebende
Seelenverschmolzene innerhalb weniger Tage voller Trauer
und Agonie starb, um wieder vereint zu sein, doch gibt es
Geschichten, welche einen anderen Verlauf nahmen. Der
überlebene Waldelf nahm den Vornamen des Anderen als neuen
geheimen Namen an und gab damit alle eigenen Ziele auf.
Meist verändert er sich in seinem Handeln und nimmt viele
Verhaltensweisen des verstorbenen Partners an und beginnt
mit unterschwelligem Fanatismus, die alten, gemeinsamen
Ziele zu erreichen. Er wird erst ruhen wollen, wenn die
Ziele erreicht wurden und er kurze Zeit später stirbt,
oder bei dem Versuch, sie umzusetzen, den Tod findet.
Meist ist ein solcher Waldelf mit jeden Tag, der seit dem
Tod des Anderen verstreicht, unausgeglichender und sondert
sich mehr von den anderen Elfen ab, da er die Gesellschaft
anderer Leute allein kaum ertragen kann. In ihm herrscht
Unruhe und Unsicherheit - ihm fehlt der
Verschmelzungspartner und von dem Augenblick an fühlt er
sich unvollständiger denn je.
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